Handball-wm-silber: ist die euphorie nur eine flaute?
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft feiert nach dem Silber bei der Heim-Weltmeisterschaft noch immer einen großen Erfolg. Doch Bundestrainer Markus Gaugisch warnt vor zu viel Optimismus und mahnt zu nachhaltiger Arbeit. Die Rückkehr in die Bundesliga und die internationale Wahrnehmung stehen auf dem Prüfstand.
Gaugisch warnt vor einem kurzlebigen erfolg
„Wir hatten Erfolg, aber oft sind solche Phasen nur ein Strohfeuer“, sagte Gaugisch in einem Interview. Er bezieht sich auf die Geschichte des deutschen Handballsports, in der Erfolge oft von kurzer Dauer waren. Die WM-Erfolge sollen eine neue Welle im Frauenhandball auslösen, doch das erfordert kontinuierliche Anstrengungen.
Viola Leuchter, Rückraumspielerin der DHB-Frauen, bestätigt den positiven Effekt der Weltmeisterschaft. „Es war enorm, wie viele Rückmeldungen wir bekommen haben. Viele Leute haben sich gemeldet, und man hat wirklich gespürt, dass diese WM etwas verändert hat“, so Leuchter. Ihr Heimatverein HC Weiden verzeichnete beispielsweise eine deutliche Zunahme an neuen Anmeldungen von Mädchen.
Doch der Erfolg muss sich erst bestätigen. Gaugisch betont, dass die Handball-Community, von der Leitung bis hin zur aktiven Spielergruppe, gemeinsam daran arbeiten muss, diese positive Entwicklung zu festigen. Ein wichtiger Schritt ist die Förderung des Frauensports allgemein, um mehr Mädchen für den Sport zu begeistern.
Die verbesserte Wahrnehmung des Handballsports könnte sich auch in der Liga widerspiegeln. Die Kieler Männer gewinnen ihre European League ohne Niederlage. Doch auch hier gilt: Der Erfolg ist kein Garant für dauerhaften Erfolg. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Handball-Nationalmannschaft und die Liga den Rückenwind der WM nutzen können. Die Hoffnung stirbt zuletzt.