Matthäus schießt nach wm-desaster auf nagelsmann los

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat bei der WM 2026 eine Zitterpartie hingehalten, die sich im ernsten Deutschrap-Rhythmus des Sieges gegen Paraguay in ein erbärmliches Viertelfinale mit 3:4 i.E. verwandelte. Lothar Matthäus, der 1990er-Kriegsheld und jetzt scharfsinniger Beobachter, hat nach diesem Debakel keine Skrupel, Trainer Julian Nagelsmann gnadenlos zu verurteilen. „Im Moment fehlt mir die Fantasie, wie es mit Nagelsmann weitergehen soll“, erklärte der Sky-Experte in einem Interview mit der Bild.

Ein blick zurück auf 1994 – und die erweiterung des problems

Matthäus sieht deutliche Parallelen zur WM-Pleite von 1994 in den USA, wo Deutschland im Viertelfinale gegen Bulgarien mit 1:2 scheiterte. „Es waren viele Schlagzeilen in der Zeitung, das kenne ich von 1994“, so der Sky-Experte. Er beschreibt die Situation als eine Ansammlung von unnötigen Ablenkungen.

Konkret kritisiert er die ständige Einbindung der Familien der Spieler nach jedem Spiel. „Ich weiß nicht, warum man die ganzen Familien von Anfang an dabei haben muss“, mahnt Matthäus. Die Diskussionen über Reisekosten, Hotelbuchungen und interne Spannungen, die durch diese Einbindung verstärkt wurden, hätten sich negativ auf die Fokussierung der Mannschaft ausgewirkt. Es ging plötzlich um Flugmöglichkeiten, Hotelzimmer und die persönlichen Bedürfnisse der Familien – während die WM im Fokus stehen musste.

Familien-drama statt fußballfieber

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Matthäus schildert ein Bild von Uneinigkeit und Aufruhr innerhalb der Mannschaft. „Beim einen durfte die Mama mitfliegen, beim anderen die Frau oder die Kinder – und die anderen mussten mit der Linienmaschine fliegen“, beschreibt er die ungleiche Behandlung. Diese persönlichen Probleme hätten die Konzentration auf das eigentliche Ziel, den WM-Titel, untergraben. „Es gab viel Unruhe, es gab nicht den Fokus auf die WM“, so der Sky-Experte. Die Spieler, die nach dem Viertelfinale in den USA einfliegen konnten, hätten sich selbst belohnt, während die deutsche Mannschaft bereits im Achtelfinale den Schneidewege verloren hatte.

Klopps einschätzung: „viele themen, die wichtiger waren als der fußball“

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Auch Pep Guardiola, der in diesem Moment seine Meinung zu Nagelsmann äußerte, deutete an, dass die Ablenkungen eine Rolle gespielt hätten. „Habe natürlich eine Meinung dazu“, zitiert Sky die Manchester-City-Trainer. Matthäus ist sich einig: Die zahlreichen Nebenschauplätze hätten die Leistung der Mannschaft entscheidend beeinträchtigt. Die WM-Pleite von 1994 sei ein Warnsignal für die Zukunft des deutschen Fußballs – und ein klares Zeichen dafür, dass ein neuer Ansatz erforderlich ist. „Es muss nach dieser Weltmeisterschaft mit einem neuen Trainer weitergehen“, fasst Matthäus die Lage zusammen. Die Frage ist nur: Wer wird die Verantwortung übernehmen und die Mannschaft zurück auf Siegerkurs führen?