England-aus: kane deutet taktischen fehler nach wm-schock an

Das Halbfinale der WM ist für england abrupt beendet – und mit ihm die Hoffnungen vieler Fußballfans. Nach dem schmerzhaften 1:2 gegen Argentinien hat Kapitän Harry Kane im Nachhinein die Gründe für das bittere Ausscheiden analysiert. Seine Worte lassen einiges auf eine versteckte Kritik an Bundestrainer Thomas Tuchel vermuten.

Die taktik als stolperstein?

Die taktik als stolperstein?

Bis zur 85. Minute hatte england die Partie im Griff, führte komfortabel mit 1:0. Doch anstatt das Ergebnis zu sichern, zog sich die Mannschaft immer weiter zurück. Argentinien nutzte diesen Rückzug gnadenlos aus, schlug innerhalb weniger Minuten zu und traf schließlich ins Ziel. Kane selbst sprach nach dem Spiel über die entscheidenden Momente: „Wir haben sie nicht unter Druck gesetzt.“

Der Kapitän führte weiter aus: „60 Minuten waren es richtig gut. Wir haben das Tor erzielt und es verdient, in Führung zu gehen. Anschließend haben wir aber den Faden verloren.“ Ein Schlüsselproblem, so Kane, sei es gewesen, den Gegner nicht früh genug unter Druck zu setzen. „Dadurch konnten sie immer mehr Momentum aufbauen und immer mehr Angriffe starten.“ Die Aussage impliziert klar, dass Tuchels Entscheidung, auf eine defensivere Ausrichtung umzustellen und die Führung zu verwalten, zu früh gekommen sein könnte.

„20 Minuten sind verdammt lang“, betonte Kane. Während er Verständnis für den Matchplan zeigte, ließ er keinen Zweifel daran, dass er die Taktik als problematisch empfand. „Es ist ganz normal, dass man versucht, eine 1:0-Führung über die Zeit zu bringen. Aber es waren noch gut 20 Minuten plus Nachspielzeit. Das ist eine verdammt lange Zeit.“ Diese Aussage ist mehr als nur eine Feststellung; sie ist ein subtiler Seitenhieb gegen die konservative Spielweise, die Tuchel wählte.

Das Problem scheint tiefgreifender zu sein. Kane wies darauf hin, dass es sich um ein wiederkehrendes Muster handelt. „Wir werden herausfinden müssen, wie wir uns in solchen Situationen verbessern können. Das ist wahrscheinlich der fehlende Baustein, der uns schon bei den letzten vier oder fünf Turnieren gefehlt hat.“ Die Analyse des Kapitäns ist ein harter Schlag für Tuchel, der nach dem Ausscheiden heftiger Kritik ausgesetzt ist. In den letzten Wochen wurde viel über die „Beinahe-Gewinner“ unter den england-Trainern diskutiert. Mit Tuchel schien das Kapitel endlich abgeschlossen – nun aber der erneute Schmerz des Ausscheidens im Halbfinale.

Die Niederlage wirft Fragen auf. War Tuchel der richtige Mann für die Aufgabe? Oder fehlte es england an der nötigen mentalen Stärke, um den Druck in entscheidenden Momenten zu standhalten? Die Debatte wird weitergehen, während die Fans die verpasste Chance betrauern.

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