Hamburgs olympia-träume am scheideweg – münchen übernimmt die führung
Die Bewerbung Hamburgs um die Olympischen Spiele 2036 ist gescheitert. Ein erneuter ‘Nein’ der Bevölkerung hat den Weg für München, Köln und Berlin als mögliche Gastgeber frei gemacht. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) steht nun vor der Zitterpartie, einen neuen Spitzenkandidaten zu bestimmen.
Der ‘nein’ als chance?
Nach dem katastrophalen Referendum im Juni 2015, bei dem die Hamburger die Spiele mit überwältigender Mehrheit ablehnten, muss der DOSB nun die verbleibenden Großstädte unter die Lupe nehmen. Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des DOSB, betonte gegenüber NDR, dass es ab sofort darum geht, ‘die Angebote zu prüfen, die uns gemacht werden’. Er ließ die Bilanz der 19 positiven Referendumergebnisse in NRW und München zu Wort kommen, um die Niederlage zu relativieren – ein taktischer Schachzug, der die Enttäuschung überspielen soll.

München als favorit
Trotz der Rückschläge in Hamburg scheint die Dynamik deutlich nach München und dem Rhein-Ruhr-Dreieck zu tendieren. Die beiden Regionen haben ihre Bürgerbefragungen mit deutlichen Zweidrittelmehrheiten gewonnen. Es ist eine klare Tendenz, die sich im DOSB-Camp spürt. Doch Berlin, das keine eigene Bürgerbefragung durchführte, wird als Schwachpunkt betrachtet – ein ‘Malus’, der die Chancen der Hauptstadt erheblich schmälert.

Die deadline naht
Bis Donnerstagabend haben München, Köln und Berlin die finalen Konzeptvorschläge vorzulegen. Eine Evaluierungskommission, bestehend aus Sportvertretern und Politikern – angeführt von Sportministerin Christiane Schenderlein – wird diese dann unter sich beraten und dem DOSB-Gremium eine Empfehlung aussprechen. Die entscheidende Mitgliederversammlung am 26. September in Baden-Baden steht unmittelbar bevor. Fricke geht davon aus, dass das IOC die Spiele frühestens im kommenden Jahr entscheiden wird. Ein verspäteter, aber nicht unverdächtiger Prozess.

Kein rückschritt, sondern eine neue perspektive
Der DOSB-Präsident Thomas Weikert sieht das Hamburger Ergebnis nicht als einen Rückschlag. ‘Die Menschen in Deutschland sind grundsätzlich für Olympische Spiele’, so Weikert. Die Bevölkerung unterstützt die Idee, doch die lokale Akzeptanz ist entscheidend. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Entscheidung des IOC gestalten wird – und ob die deutschen Großstädte ihre Chance nutzen können.