Rassistische beschimpfungen in barcelona: rassismus überschattet wm-testspiel spanien gegen ägypten

Barcelona – Bei einem Testspiel der spanischen Fußballnationalmannschaft gegen Ägypten in Barcelona eskalierten die Spannungen. Antimuslimische Parolen und Pfiffe während der ägyptischen Hymne sorgten für Empörung und Kritik, die weit über die Grenzen des Fußballstadions hinausreicht.

Rassistische gesänge und proteste begleiten wm-test

Rassistische gesänge und proteste begleiten wm-test

Die Vorfälle ereigneten sich im Stadion des RCD Espanyol, während Spanien und Ägypten ein 0:0-Unentschieden erreichten. Teile der Zuschauer, insbesondere aus einem Bereich hinter einem Tor, skandierten wiederholt rassistische und antimuslimische Parolen, darunter den beleidigenden Spruch „Bote, bote, bote musulman el que no bote“ – eine Anspielung auf die muslimische Bevölkerung.

Zudem wurden vor dem Spiel die ägyptische Hymne von Teilen des Publikums ausgebuht. Vereinzelt waren auch Beleidigungen gegen den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez zu hören. Die Geschehnisse lösten sofort eine Welle der Verurteilung aus.

Verurteilung von trainer und verantwortlichen

Der spanische Nationaltrainer Luis de la Fuente sprach von „totaler und absoluter Abscheu“ und verurteilte jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Respektlosigkeit. Er betonte, dass die Mehrheit der Zuschauer die Vorfälle missbilligte und die Störer ausgepfiffen habe. „Fußball ist nicht gewalttätig – gewalttätige Menschen nutzen ihn als Bühne“, so de la Fuente, und forderte eine konsequente Identifizierung und Ausschluss solcher Personen.

Auch der spanische Fußballverband RFEF verurteilte die Situation und ließ auf den Videoleinwänden im Stadion eine Erklärung zur Gesetzgebung gegen Gewalt im Sport anzeigen. Der Sportminister der katalanischen Regionalregierung, Berni Alvarez, kritisierte jedoch, dass Maßnahmen erst in der Halbzeitpause eingeleitet worden seien und drohte mit Rücktritt, falls diese nicht konsequent umgesetzt würden.

Verlegung des spiels aufgrund des krieges

Das Spiel, das ursprünglich in Katar geplant war, wurde aufgrund des Krieges im Nahen Osten nach Barcelona verlegt. Es diente als Vorbereitung auf die bevorstehende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli). Spanien gehört in Gruppe H zu Uruguay, Saudi-Arabien und Kap Verde, während Ägypten in Gruppe G auf Belgien, Iran und Neuseeland trifft.

Der ägyptische Nationaltrainer Hossam Hassan gab sich in einer ersten Reaktion unbeeindruckt und erklärte, er habe sich auf das Spiel konzentriert und die Zwischenfälle nicht wahrgenommen. Die Vorfälle werfen ein düsteres Licht auf die vermeintliche Toleranz im Fußball und stellen eine ernste Herausforderung für die Organisation von internationalen Wettbewerben dar. Die Reaktion des spanischen Trainers und die Kritik des Sportministers zeigen, dass diese Art von Verhalten nicht länger toleriert wird.

Die Weltmeisterschaft in Katar, die aufgrund der politischen Lage nach Spanien verlegt wurde, wird nun von diesen Vorfällen überschattet. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen diese Ereignisse für die Zukunft des Fußballs haben werden.

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