Der verrückte Saisonstart in der Easycredit Basketball-Bundesliga
Der verrückte saisonstart in der easycredit basketball-bundesliga
Nach vier Spieltagen ist nur eine Sache sicher: In dieser Liga ist alles möglich! Das beweist der denkwürdige BBL-Samstag. Drei Partien, drei Überraschungen – in Oldenburg, Würzburg und Weißenfels.
Die Sensation gelang dabei dem Syntainics MBC. Die Weißenfelser schlugen Vize-Meister Ratiopharm Ulm mit 75:71 (40:43) und bauten ihren Start-Rekord auf vier Siege aus – inklusive der ENBL sind es sogar fünf. Das war dem MBC zuvor in 19 Jahren Bundesliga noch nie gelungen!
Dabei hatte der Pokal-Sieger der Vorsaison im Sommer Erfolgstrainer Janis Gailitis sowie die Leistungsträger Ty Brewer (nach Chemnitz), Michael Devoe (Türk Telekom Ankara) und Martin Breunig (SLUC Nancy) verloren. Doch der MBC siegt unter dem neuen Coach Marco Ramondino unbeirrt immer weiter.
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Wie gegen Ulm. In der engen Partie kippte der Weißenfelser RJ Gunn nach der Pause mit drei Dreiern in drei Minuten das Spiel. Als es am Ende zählte, wuchs Center Jure Planinic über sich hinaus. Der Maskenmann machte acht seiner 15 Punkte (plus acht Rebounds) in den letzten sechs Minuten und sorgte 25 Sekunden vor Schluss für die 73:71-Führung. Der Grundstein für den ersten MBC-Erfolg gegen Ulm nach 13 Niederlagen in Serie. Zuletzt war den Weißenfelsern am 8. April 2018 ein Sieg gegen den EuroCup-Teilnehmer gelungen.
Planinic hatte sich in der Woche zuvor in Vechta die Nase gebrochen. Doch der Kroate biss sich durch. Dafür gab’s ein Sonderlob von Veteran Akeem Vargas: „Er hat trotz Nasenbeinbruch ein überragendes Spiel absolviert. Am Anfang sah er etwas nervös aus, was seine Maske betrifft, aber am Ende hat er super seinen Körper reingestellt und hat toll gereboundet und gepunktet.“
Bester Ulmer war Chris Ledlum mit 19 Punkten, 7 Rebounds und 4 Assists. Trainer Ty Harrelson: „Der MBC war in drei von vier Vierteln das bessere Team. Sie verdienen den Sieg. Wir hatten viele Chancen: Fastbreaks, Korbleger. Wir hätten das Spiel in die Verlängerung schicken können, aber ich denke, wir hätten den Sieg nicht verdient gehabt.“
Foto: BILDBasketball: Alba Berlin verliert auch in Würzburg
Alba Berlin kommt noch dem Total-Umbruch nicht in Tritt. Das 92:96 (55:51) bei den Fitness First Würzburg Baskets war – inklusive Champions League – die dritte Pleite im vierten Pflichtspiel für den einstigen Serien-Meister.
Würzburg marschiert dabei weiter und hat sich im fünften Jahr unter Trainer Sasa Filipovski endgültig als eines der Top-Teams der BBL etabliert.
Das bewies auch das physische und hitzige Spiel in der ausverkauften „Schulturnhölle“. Drei Viertel lang war es eng, 20 Mal wechselte die Führung! Doch als Würzburg neun Minuten vor Schluss mit 80:77 in Front ging, konnten die Berliner nicht mehr kontern. Fünf Sekunden vor Ende hatte Malte Delow aus der Ecke sogar die Chance, per Dreier für den Sieg zu sorgen, doch sein Wurf traf nur den Ring …
Bester Würzburger war Marcus Carr mit 20 Punkten. Dazu verwandelten die Gastgeber ihre Distanzwürfe besser (58%) als Alba (37%). Der Lohn: Würzburg bleibt weiter ungeschlagen!
„Es ist ein großartiger Sieg“, strahlte Filipovski. „Alba ist immer noch ein sehr starker Gegner, der auf einem sehr hohen Niveau Basketball spielt. Sie haben vier Spieler mit Euroleague-Erfahrung und sind sehr gut gecoacht. Wir haben in der ersten Halbzeit teilweise unsere Nerven verloren und müssen lernen, in diesen Situationen ruhig zu bleiben und nicht die Konzentration zu verlieren. Es ist ein Problem, wenn wir den Fokus verlieren und zu emotional werden.“
Berlins Bester Norris Agbakoko (16 Punkte, 5 Rebounds): „Wir haben in den entscheidenden Phasen ein paar Fehler gemacht. Wir haben da ein paar zu offene Würfe abgegeben und in der Offense ab und zu nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Es geht im Endeffekt darum, von Spiel zu Spiel Fortschritte zu machen. In dieser Phase ist es wichtig, dass wir durch Zusammenhalt, Energie, Kommunikation, das, was wir taktisch noch nicht auf dem Parkett haben, wieder wettmachen.“
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11.10.2025
EWE Baskets verlieren gegen Jena: Schon wieder Krise in Oldenburg
Die EWE Baskets Oldenburg in einer tiefen Krise. Gegen Aufsteiger Science City Jena verlor der einstige Top-Klub trotz einer dramatischen Aufholjagd mit 92:95 (31:58) und steckt mit vier Pleiten aus vier Spielen tief im Keller der Easycredit BBL. Vor 6200 Zuschauern in der EWE Arena brachten die Gäste in der ersten Hälfte mit intensiver Verteidigung die verunsicherten Oldenburger fast komplett aus dem Tritt, setzten sich Korb für Korb ab. Und führten zur Halbzeit mit 27 Punkten!
„Wir haben eine sehr, sehr schlechte erste Hälfte gespielt, ohne Energie, ohne Teamspiel“, sagte Oldenburg-Trainer Predrag Krunic. „Nach der Halbzeit haben wir eine andere Mentalität gezeigt, mit viel mehr Energie gespielt.“
Tatsächlich legten die Oldenburger eine irre Aufholjagd hin, waren 5,6 Sekunden vor Schluss auf 92:94 dran – aber Jena behielt die Nerven. Coach Björn Harmsen happy: „Das Spiel war kurz davor, in die andere Richtung zu kippen. Dann haben wir die Ruhe bewahrt, richtige Sachen gemacht und nicht aufgegeben, obwohl das ganze Momentum bei Oldenburg war.“
Beste Akteure waren die Jenaer Eric Washington (29 Punkte, 5 Assists, 4 Rebounds) und Great Osobor (28 Punkte, 9 Rebounds, 1 Assist.)
Bei den EWE Baskets rückt Sportchef Srdjan Klaric mehr und mehr in die Kritik, dem es erneut trotz üppiger finanzieller Mittel nicht gelungen ist, ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen.