Der FC Bayern ist saisonübergreifend seit 15 Bundesligaspielen unbesiegt
Der fc bayern ist saisonübergreifend seit 15 bundesligaspielen unbesiegt
Der FC Bayern ist saisonübergreifend seit 15 Bundesligaspielen unbesiegt, hat die letzten acht allesamt gewonnen. Und jetzt kommt der BVB. Der Meister empfängt Borussia Dortmund, Erster gegen Zweiter, die Top-Partie des 7. Bundesliga-Spieltages (Samstag, 18.30 Uhr, live bei Sky und im Ticker von SPORT BILD). Fast die ganze Welt schaut zu, alle Fans fiebern mit: Gelingt es dem BVB (seit 14 Partien in der Liga ungeschlagen), den Titelkampf spannend zu halten – oder fällt sogar eine sehr frühe Vorentscheidung um die Deutsche Meisterschaft?
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In SPORT BILD analysiert Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus (64, u. a. siebenmal Meister mit dem FC Bayern) die Situation vor dem deutschen Giganten-Gipfel: „Eine spannende Meisterschaft bis zum Ende wäre attraktiver für die Bundesliga, auch das Interesse im Ausland betreffend. Der Bundesliga würde es guttun, wenn Dortmund, in diesem Fall der Außenseiter, auswärts gegen die bislang unschlagbaren Bayern die Sensation schafft. Am besten wären natürlich drei Punkte. Aber zumindest sollten sie nicht verlieren, wenn sie in Schlagdistanz bleiben wollen.“
Außenseiter? Ist Dortmund noch nicht wieder auf Augenhöhe mit dem Rekordmeister? „Nein“, meint der Sky-Experte. „Die klare Favoritenrolle haben sich die Bayern über eine lange Zeit erarbeitet, und sie haben sie nach zwei, drei Jahren mit atmosphärischen Störungen zurück. Von der Qualität des Kaders her hätten sie auch im Leverkusener Wunderjahr die Möglichkeit gehabt, dieses zu verhindern.“
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Was macht Hoffnung aus Sicht der Dortmunder und der restlichen Liga? Immerhin ist der BVB seit drei Spielen ohne Niederlage gegen Bayern (2:0 in München, 1:1 zu Hause, 2:2 in München) und holte zuletzt im April 2025 schon unter Trainer Niko Kovac (54) das Remis in der Allianz Arena.
Matthäus: „Es gibt viele Faktoren. Die Kompaktheit in der Defensive, die Formsteigerungen der Spieler. Und Dortmund hat ein System gefunden und dazu Spieler mit der richtigen Mentalität, auch dort, wo sie früher Probleme gehabt haben. Adeyemi findet seine Form, Beier findet seine Form, Guirassy hat sie immer gehabt. Oder Brandt: Wenn er reinkommt, performt er. Nmecha blüht auf. Sabitzer ist der Goretzka von Dortmund, auch ihn wollte man weghaben – jetzt ist er nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft.“
„Schlotterbeck mehr als ein Upamecano-Ersatz“
Ein Zeichen dafür, wie ernst die Bayern Dortmund (wieder) nehmen, ist auch, dass sie sich beim BVB nach längerer Zeit mal wieder nach Verstärkungen umsehen. Auch zur Personalie Nico Schlotterbeck (25) hat Matthäus eine klare Meinung: „Man weiß bei Bayern nicht, was mit Upamecano wird. Da wäre Schlotterbeck mehr als ein Ersatz. Er hat sich in den letzten 15 Monaten vom guten Spieler zum Führungsspieler entwickelt. Auch das ist ein Verdienst von Niko Kovac, der weiß, wie man mit Spielern reden und sie aufbauen muss.“
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Über den BVB-Trainer, der 2018/19 mit Bayern erst Meister und dann ein halbes Jahr später entlassen wurde, sagt Matthäus: „Ich glaube nicht, dass er eine Rechnung offen hat. Er kann doch insgesamt auf eine schöne und erfolgreiche Zeit in München zurückblicken. Er kennt die Stärke des FC Bayern. Niko weiß aber auch, dass Dortmund in der Lage ist, gegen Bayern zu gewinnen. Und natürlich will er vor Bayern stehen.“
Bayern Meister mit 15 Punkten Vorsprung?
Matthäus betont allerdings, welch richtungsweisende Bedeutung der ‚deutsche Clásico‘ diesmal wieder haben kann. Er glaubt: „Falls es nach dem Spiel sieben Punkte Vorsprung sind, Leipzig und Stuttgart also auch nicht gewinnen, ist Bayern München durch. Das lassen sie sich nicht mehr nehmen. Dann können sich die anderen Mannschaften auf die Meisterschaft hinter Bayern, also auf Platz zwei, konzentrieren. Letztes Jahr habe ich gesagt, sie werden mit 10 Punkten Vorsprung Meister – sie sind es mit elf Punkten geworden. Mit einem Sieg jetzt gegen Dortmund und mit dem bisherigen Saisonverlauf kann ich mir vorstellen, dass Bayern diesmal mit gefühlt 15 Punkten Vorsprung Meister wird.“
Einen entscheidenden Grund für die neue, alte Bayern-Dominanz sieht Matthäus in Trainer Vincent Kompany (39 – und zieht sogar einen Vergleich zur deutschen Weltmeister-Mannschaft von 1990, deren Kapitän er war: „Vincent Kompany hat bei Bayern etwas zurückgebracht, was einige Trainer vor ihm nicht geschafft haben, nämlich einen Zusammenhalt, einen respektvollen Umgang miteinander. Er hat die Mannschaft wieder vereint. Ähnlich wie wir bei der Weltmeisterschaft 1990: Man hat das Gefühl, dass die Ersatzspieler sich bei Toren genauso freuen, als würden sie selbst auf dem Platz stehen. Das ist das beste Zeichen, dass der Trainer die Mannschaft im Griff hat, dass die Spieler auch untereinander einen guten Kontakt haben und alles füreinander geben, um den größten Erfolg zu haben.“
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Matthäus weiter: „Kompany hat die Mannschaft nochmal weiterentwickelt. Er nimmt Wechsel vor, die er vor einem Jahr vielleicht noch nicht gemacht hat, sodass er auch damit den ganzen Laden zusammenhält. Alles funktioniert, jeder hat Spaß, dabei zu sein. Sie setzen die Vorgaben des Trainers um, und gewinnen ihre Spiele mit Dominanz, Leichtigkeit und Freude. Aber man schaltet auch mal clever in den Verwaltungsmodus, ohne den Fokus zu verlieren, weil man weiß, welche Englischen Wochen auf die Spieler zukommen. Es gibt fast keinen, der nicht zu einer Nationalmannschaft fährt.“
Bayern hat noch Steigerungs-Potenzial
Doch der Status quo sei noch längst nicht das Leistungs-Limit des Rekordmeisters und Titelverteidigers, meint Matthäus. „Bayern hat das Potenzial, sich noch weiter zu steigern, absolut“, sagt er: „Wenn Jamal Musiala und Alphonso Davies nach ihren langwierigen Verletzungen zurückkommen, ist es ja eigentlich unvorstellbar, dass sie mit ihrer Qualität auch mal draußen sitzen. Der Kader wird mit ihnen qualitativ in der Breite noch stärker. Wie das auf dem Platz funktioniert, ist eine andere Geschichte. Wichtig ist, dass die Bayern sich auch dann dieses Miteinander und die Spielfreude erhalten, wenn öfter unbequeme Personalentscheidungen getroffen werden müssen.“
Gegen Dortmund werden die beiden allerdings erst im Rückspiel wieder dabei sein.